Unsere Pensenbücher - einzigartig in Deutschland

Als besonderes Instrument des Lernens und Kontrollierens haben wir eine eigene Form der Pensenbücher entwickelt und sind damit Sieger im LANDESINNOVATIONSWETTBEWERB 2004 geworden.

In diesem Schuljahr führen wir eine neue, der modernen Zeit und den internen und externen Evaluationen Rechnung tragende Form der Pensenbücher ein, die Kompetenzblätter. Begonnen haben wir im September mit den Schwerpunkten Deutsch, Englisch und Mathematik für die Klassenstufen 4, 5 und 6. Im kommenden Schuljahr werden wir dies erweitern auf alle Klassenstufen und für alle Bereiche.

Wir erarbeiten zurzeit die genauen Erläuterungen zu den Kompetenzblättern. Sobald diese fertiggestellt sind, werden wir sie auf unserer Homepage veröffentlichen - und die Verlinkung mit dem Wort Kompetenzblätter wird mit Inhalt gefüllt sein.

  1. Grundsätzliches
  2. Die Anforderungen der Bücher
  3. Der Aufbau der Bücher
  4. Die roten Kästchen
  5. Die Tests
  6. Die Praxis

1. Grundsätzliches

Unsere Pensenbücher dienen der Anleitung zum gezielten Lernen und als Kontrollsystem für das Erreichen aller wesentlichen Lerninhalte.

Sie ermöglichen den Schülern einen individuellen Lernweg bei höchstmöglicher Differenzierung ohne Gefahr zu laufen, wichtige Lernschritte zu übersehen.

Zu jedem Lerninhalt stehen für die Kinder Tests zur Verfügung, in denen die erworbenen Fähigkeiten und das erarbeitete Wissen differenziert überprüft werden kann. Dabei gibt es je nach dem persönlichen Lern- und Erfahrungsstand des einzelnen Kindes und seinen Voraussetzungen die Möglichkeit, verschieden „schwere“ Tests zu machen. (siehe auch Kompetenzblätter)

Über dies bieten die Pensenbücher zahlreiche Anregungen für den Lernweg und Informationen über bestimmte Inhalte. Damit sind die Bücher:

Ein Instrument für die Schüler:
Der Schüler kann feststellen, was er im Schuljahr alles lernen soll, welche Wege und Mittel er benutzen kann, was er schon geschafft hat und was er noch üben muss. Das Buch zeigt dem Schüler, wann er Zeit zum Experimentieren hat, wann er nach Lust und Laune wählen kann, aber auch wann es Zeit ist, wesentliche Dinge zu erledigen. Es hilft ihm seinen Tagesablauf zu strukturieren und sich gezielt Gedanken über sein Schuljahr zu machen. Der Teststil zeigt ihm, dass man vor Prüfungen keine Angst haben muss, dass man aus Fehlern lernen kann und dass man früher oder später jede Klippe meistert, wenn man nach »Perfektion strebt« und sich gezielt um etwas bemüht.

Ein Instrument für die Eltern:
Die Eltern sind jederzeit optimal über den Lernstand ihres Kindes informiert. Sie erfahren ganz objektiv, was in der Schule von ihrem Kind zurzeit erwartet wird, ob es schon viel geschafft hat - oder hier und da Unterstützung benötigt. Bestimmte Lerninhalte können die Eltern ganz gezielt in ihren Alltag mit einbauen (z. B. Rechnen mit Maßeinheiten, Briefe schreiben, die Uhrzeit ablesen, etc.) und so dem Kind eine wichtige Lernhilfe bieten. Die Eltern brauchen nicht mehr den Vergleich »was hat denn deiner in der letzten Mathearbeit geschrieben«, bei dem es letztendlich nur um die Noten an sich ging und die Inhalte meist nicht interessierten. Ein abgehaktes Kästchen gibt ihnen die Sicherheit, dass ihr Kind den Inhalt wirklich sicher gelernt hat und für sein Leben etwas gewonnen hat. Das Augenmerk der Eltern wird wieder stärker auf Lerninhalte gelenkt und darauf, dass das Kind Wissen für sich sammelt und nicht nur auf Notenjagd ist.

Ein Instrument für die Lehrer:
Die hohen Ansprüche einer über drei Jahrgänge altersgemischten Lerngruppe mit individuell arbeitenden Kindern können leicht dazu führen, dass man als Lehrer Lernschwierigkeiten - ebenso wie Lernfortschritte - bei einzelnen Kindern übersieht und man die vielen kleinen Feinheiten leicht in den Hintergrund drängt. Mit Hilfe dieses Systems und des dazugehörigen Kontrollbogens für die Schülerakte haben die Lehrer nun einen ständigen Überblick über den Lernstand des Kindes, der sich ganz objektiv auch an andere Lehrer (z. B. bei Versetzung, Schwangerschaft, etc.) weiterreichen lässt. Da die Kinder mit ihren Tests einzeln und nicht in der großen Masse zur Kontrolle zum Lehrer kommen, hat dieser die Möglichkeit, Lernschwierigkeiten ganz individuell zu erkennen und ihnen dann gezielt entgegenzuwirken. So prägt sich auch beim Lehrer der Lernstand der Kinder besonders gut ein. » nach oben


2. Die Anforderungen der Bücher

Die Punkte der Pensenbücher orientieren sich an den Inhalten der Lehrpläne des Landes Brandenburg sowie an unseren Erfahrungen und den Besonderheiten der Montessori-Pädagogik.

Um die Anzahl der Lernpunkte auf ein für die Kinder übersichtliches Maß zu reduzieren, haben wir viele aufeinander folgende Lernschritte, die meist ohne großen zeitlichen Unterschied erledigt werden, zusammengefasst. So gehen wir z. B. davon aus, dass ein Kind, das flüssig einzelne Wörter lesen kann auch Lautkombinationen erkennt, dieser Punkt wird daher nicht extra geprüft.

Da die Kinder mit unserem Material recht früh im großen Zahlenraum arbeiten, haben wir die entsprechenden Punkte variiert, um diesem Wissen der Kinder schon frühzeitig Rechnung tragen zu können.

Manche wiederkehrende Lerninhalte tauchen nur in einem der Bücher auf. So wird das Einmaleins auch bei uns schon in der zweiten Klasse (teilweise auch in der 1) gelernt, ein »perfekter Umgang« aber erst in der dritten Klasse erwartet.

Diese quantitativen Reduktionen waren nötig, um den Umgang praktikabel zu halten. Die Altersmischung an sich sorgt allerdings dafür, dass auch "abgehakte" Lerninhalte immer wieder aufgewärmt werden.

Die Übergangsjahrgänge 3 und 6 (1-2-3 in einer Klasse und 4-5-6) sind besonders wesentlich, da die bekannten Klassen verlassen werden und neue Anforderungen warten - damit aber auch manche alten Arbeitsmittel nicht mehr greifbar sind.

Daher sind die Kontrollen hier umfangreicher und anspruchsvoller.
» nach oben


3. Der Aufbau der Bücher

Die Bücher sind in Stufen 1-6 aufgeteilt, wobei die jeweiligen Stufen im Wesentlichen den Jahrgängen entsprechen. Die Bücher Sprache 1 und Mathe 1 erhalten die Kinder zum Schulanfang, die jeweiligen Nachfolger nach kompletter Erledigung und unabhängig vom Schuljahresrhythmus.

Den Hauptteil der Bücher bilden die Tabellen mit den Lerninhalten.

Der Lerninhalt wird kurz umrissen, darunter der "TIPP", der auf Materialien verweist, die sich besonders gut zum Erlernen und Trainieren eignen. Die Kinder werden allerdings dazu angehalten, möglichst oft auch andere Wege zu suchen und zu erfragen. Vor dem Inhalt steht ein Zahlencode (z.B. M III 24), der für die Anmeldung zum Test (siehe unten) erforderlich ist. Ziel ist es immer, das grüne Kästchen abgehakt zu bekommen. Dabei sind die Anforderungen hierfür hoch, da unser Ziel das uneingeschränkte Beherrschen des Inhaltes sein soll. Versuche werden mit Datum vermerkt.

Manchmal machen Schüler aber immer mehr Flüchtigkeiten als für das grüne Kästchen erlaubt sind oder sie können trotz aller Mühen einen höchsten Level nicht erreichen. Um hier Frustrationen zu vermeiden, hat der Lehrer die Möglichkeit, das gelbe Kästchen abzuhaken, wenn er der Meinung ist, dass der Schüler den Inhalt im Wesentlichen verstanden hat und sein Optimum z.Zt. erreicht hat. Das Kästchen gilt als erledigt, der Schüler kann aber jederzeit noch ein "Grün" erreichen, wenn er dies möchte.

Im Anhang der Bücher finden sich noch einige inhaltliche Anregungen und Lerntabellen sowie die bei den Kindern sehr beliebten Führerscheine, um Teillernziele abzuhaken.

Der Lehrer vermerkt die abgehakten Kästchen zusätzlich auf einem speziellen Kontrollbogen. » nach oben


4. Die roten Kästchen

Hauptsinn der Pensenbücher ist es, den Kindern ein individuelles Lernen hinsichtlich Reihenfolge, Methode und Tempo zu ermöglichen. Dabei sorgen die Bücher dafür, dass dennoch kein Inhalt übersehen werden kann, da es das Fortsetzungsbuch erst nach vollständiger Erledigung des alten gibt. Wir gehen davon aus, dass es auch Pflichten gibt, können und wollen den Kindern daher nicht bestimmte Inhalte "ersparen".

Es kann daher beispielsweise vorkommen, dass das Pensenbuch 3 bereits in der zweiten Klasse begonnen wird - oder aber auch dass das Pensenbuch 4 noch in der fünften Klasse beendet wird.

Damit kein "Inhaltsstau" zum Ende der sechsten Klasse auftritt, müssen aber auch wir ein Zeitlimit setzen. Besonders wesentliche Inhalte sind daher rot hinterlegt und müssen im entsprechenden Schuljahr erledigt werden. Sollte dies nicht (auch nicht gelb!) geschafft werden, sind die Lücken so groß geworden, dass es für das Kind nicht sinnvoll erscheint, unter höherem Druck im nächsten Schuljahr weiterzuarbeiten und es erscheint angebracht, darüber nachzudenken, den Druck für den Schüler zu mindern, indem er ein Jahr mehr Zeit bekommt und in seiner Klasse (gleicher Lehrer, gleicher Raum, 2/3 gleiche Klassenkameraden - da Altersmischung) verbleibt.

Daher besteht natürlich auch ein gewisser Druck, die weißen Kästchen zu erledigen, da man (bei Übernahme der Kästchen ins nächste Schuljahr) ja auch noch Zeit benötigt, zumindest die roten des Folgebuches zu erledigen. » nach oben


5. Die Tests

Die Tests dienen einzig und allein der Feststellung, ob ein Inhalt endgültig erlernt worden ist. (Mit "gelber Ausnahme", s.o.).

Es gibt schriftliche, mündliche und "handelnde" Tests, die genau vorgegeben sind, so dass hier der objektivere Maßstab des gesamten Lehrerkollegiums zum Tragen kommt. Was für Hänschen in der Klasse A als erreicht gilt, gilt auch für Fränzchen in Klasse B.

Die Kinder melden sich selber für einen Test an, wenn sie der Meinung sind, dass sie in einem Lerninhalt sicher sind, aber auch um eine genaue Vorstellung vom Inhalt zu erhalten oder um ihre Lücken genauer ausmachen zu können.

Übersichtlich sortiert finden sich die Tests in Ordnern, die der Lehrer für die Kinder bereit hält.

Auf den Tests sind die Prüfkriterien und die erlaubte Anzahl von Fehlern notiert. Die Schüler geben die Tests nach Prüfung ab und die Lehrer kontrollieren je nach Gegebenheit sofort oder am Nachmittag. Die Tests werden mit den Schülern besprochen und Fehler genau analysiert, so dass sofort Materialanregungen zur Fehlerbehebung gegeben werden können.

Der Lehrer trägt die erreichten Kästchen auf einem Schüleraktenblatt ein, so dass er auf einen Blick sehen kann, wie viel dem Kind noch fehlt und verloren gegangene Bücher nicht einen Neustart bedeuten. » nach oben


6. Die Praxis

Die Kinder arbeiten sehr unterschiedlich mit den Büchern. Manche gehen ganz zielstrebig und planend vor, der Reihe nach, der Priorität oder auch der Neigung. Wieder andere Schüler arbeiten wie gewohnt mit dem Material einfach drauf los und stellen dann mit dem Buch fest, was sie schon alles erledigt haben, in dem sie es "nebenbei" aufgesammelt haben. Beide Wege sind möglich.

Insbesondere die Erstklässler benötigen eine gründliche Einarbeitung und regelmäßiges gemeinsames Lesen der Bücher und Motivation zu Testversuchen.

Es wird regelmäßig in der Klasse darüber gesprochen, wie viel Zeit noch bleibt, ob jemand neue Tipps für bestimmte Inhalte gefunden hat, jemand Hilfe benötigt, wer eine gute Idee hat, wie man Pflichten und Neigungen unter einen Hut bekommt etc.

Die Kinder haben die Bücher alle für sich als tolle Errungenschaft und echte Hilfe verstanden. Sie wissen inzwischen, dass es nicht hilft, einfach festzustellen, dass es manchmal ganz schön viel ist, da sie von einem Wissensschatz ausgehen, den sie einfach brauchen und nicht um Klassenarbeiten, die sie für ihre Eltern und Lehrer schreiben. Also bleiben sie motiviert und arbeiten an sich, da sie ihre Fortschritte jederzeit in die Hand nehmen können und sich dann wieder erinnern, wie viel sie schon geschafft haben - obwohl es "damals" auch nicht leicht fiel.

Die Tests werden ständig evaluiert. Je ein Lehrer ist für das Pensenbuch eines Faches und einer Stufe zuständig und sammelt die Hinweise der Kollegen, wenn sich bestimmte Testverfahren als unpraktikabel, zu leicht oder zu schwer erweisen oder sich bestimmte Tests kombinieren lassen. Ggf. werden dann die Tests überarbeitet und in den Ablagen ausgetauscht. Auch dies ist ohne großen Aufwand möglich, da die Zettel zentral und nicht bei jedem Lehrer lagern.

Bei den Schülern lassen sich inzwischen bestimmte Grundmuster beim Abarbeiten feststellen. So fällt es den Lehrern leicht, zu erkennen, welche Inhalte gerne angegangen werden, wo es ausreichend Materialien gibt, wo die Kinder ganz alleine erfolgreich arbeiten können oder wo es zusätzlicher Einheiten bedarf, das Material ergänzt oder verbessert werden muss oder wo im Kollegium darüber geredet werden muss, welche Inhalte noch besonderer Maßnahmen bedürfen.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern wird erheblich erleichtert, da die Protokollierung über den Lernstand und die Anforderungen des Schuljahres nun endlich in einer übersichtlichen Form stattfindet. Elterngespräche sind so stets von beiden Seiten erheblich besser vorbereitet und verlaufen geradliniger.

Den Eltern und manchen Kritikern ist die ständige Sorge genommen, dass die Kinder bei aller gewollten Freiheit und Erziehung zur Selbstständigkeit, nicht lernen mit Pflichten umzugehen und bestimmte Inhalte vergessen oder umgehen. Daher betrachten wir unsere Konzepterweiterung als ganz wesentlichen Meilenstein in der Modernisierung der Pädagogik und als Werkzeug, um den "schiefen Turm von PISA" wieder gerade zu rücken. » nach oben